Glossar: Begriffe rund um Platten, Bad und Bodenbeläge
18 Begriffe rund um Platten, Bad und Bodenbeläge. Jeder Eintrag beginnt mit einer Definition in einem Satz und erklärt dann, was der Begriff in der Praxis bedeutet.
A
- Ausmass
- Das Ausmass ist die Mengenermittlung der ausgeführten Arbeiten – bei Plattenarbeiten Quadratmeter, Laufmeter und Stückzahlen –, nach der die Schlussrechnung erstellt wird; die Regeln stehen in SIA 118/248.
B
- Bewegungsfuge
- Eine Bewegungsfuge ist eine Fuge in Belag und Untergrund, die allseitige Bewegungen von Bauteilen oder Belagsfeldern zulässt; sie wird mit verformbaren Fugenmassen, Fugenbändern oder Profilen geschlossen.
C
- Ceruniq
- Ceruniq ist der Verband der Verlegeunternehmen und des Fachhandels für Raumgestaltung in der Deutschschweiz und im Tessin – der frühere Schweizerische Plattenverband (SPV) mit Sitz in Dagmersellen LU.
- CM-Messung
- Die CM-Messung (Calciumcarbid-Methode) bestimmt die Restfeuchte eines Estrichs oder Untergrunds und zeigt, ob er für das Verlegen von Platten trocken genug, also belegreif, ist.
E
- Entkopplung
- Eine Entkopplung ist eine Schicht direkt unter dem Plattenbelag, die Belag und Untergrund mechanisch trennt und Scherspannungen abbaut, etwa auf Holzuntergründen, jungen Estrichen oder rissgefährdeten Untergründen.
- Epoxidharzfuge
- Eine Epoxidharzfuge ist eine Fuge aus zweikomponentigem Reaktionsharzmörtel, die dichter, chemisch beständiger und leichter zu reinigen ist als eine zementäre Fuge.
F
- Feinsteinzeug
- Feinsteinzeug ist eine dicht gesinterte Keramik mit einer Wasseraufnahme unter 0,5 Prozent (Gruppe BIa nach EN 14411), die hart, frostbeständig und für Böden, Wände und Aussenflächen geeignet ist.
G
- Gefälle
- Das Gefälle ist die Neigung einer Fläche zum Ablauf hin, angegeben in Prozent; bei Duschen und Aussenbelägen sorgt es dafür, dass Wasser abfliesst statt stehen zu bleiben.
- Grossformat
- Als Grossformat gelten keramische Platten mit mehr als 60 Zentimetern Seitenlänge; Ceruniq unterscheidet XL (bis 100 cm), XXL (bis 300 cm) und Megaformate darüber.
N
- Nutzungsvereinbarung
- Die Nutzungsvereinbarung beschreibt die Nutzungs- und Schutzziele der Bauherrschaft sowie die Bedingungen für Projektierung, Ausführung, Nutzung und Unterhalt; bei Abdichtungen nach SIA 271/1 ist sie Grundlage der Planung.
R
- Regiearbeit
- Regiearbeit ist eine Abrechnung nach effektivem Aufwand – Arbeitsstunden, Material und Nebenkosten – statt nach Ausmass oder Pauschale; sie ist bei kleinen und schwer planbaren Plattenarbeiten üblich.
- Rektifiziert
- Rektifizierte Platten werden nach dem Brennen auf ein genaues Mass geschliffen; sie sind massgenau, haben meist scharfe oder leicht gefaste Kanten und erlauben schmale Fugen.
- Rutschhemmung
- Die Rutschhemmung beschreibt, wie gut ein Bodenbelag vor dem Ausrutschen schützt; die BFU teilt sie in die Klassen G1 bis G4 ein, gemessen nach SN EN 16165.
S
- SIA 118
- SIA 118 «Allgemeine Bedingungen für Bauarbeiten» ist ein Normenwerk des SIA, das Vertragsregeln für Bauwerkverträge enthält und gilt, wenn die Parteien es im Vertrag vereinbaren; für Plattenarbeiten ergänzt es SIA 118/248.
- SIA 248
- SIA 248 ist die Schweizer Norm für Plattenarbeiten – Beläge und Bekleidungen mit Keramik, Glas und Asphalt; die aktuelle Ausgabe stammt aus dem Jahr 2016.
- SIA 271/1
- Die Norm SIA 271/1 «Abdichtungen von Innenräumen» regelt Projektierung und Ausführung von Abdichtungen in nicht befahrbaren Innenräumen von Hochbauten, die raumseitig durch Wasser beansprucht werden – etwa Bäder, Duschen und Waschräume.
- Silikonfuge
- Eine Silikonfuge ist eine elastische Fuge aus Silikondichtstoff in Ecken und an Anschlüssen, etwa zu Badewanne, Duschwanne oder Lavabo; sie nimmt Bewegungen auf, ist aber eine Wartungsfuge und muss periodisch ersetzt werden.
V
- Verbundabdichtung
- Eine Verbundabdichtung ist eine flüssig oder als Bahn aufgebrachte Abdichtung direkt unter einem im Dünnbett verlegten Platten- oder Natursteinbelag, die Untergrund und Bauteile vor eindringendem Wasser schützt.